2021 ist das Jahr der Pflegeprofis!

Ein wichtiges Zeichen für die Pflege: Die WHO (World Health Organization) hat 2021 zum Jahr der Gesundheits- und Pflegefachkräfte ernannt, um ihnen für ihren außerordentlichen Einsatz während der Pandemie zu danken.

COVID-19 hat offengelegt, was lange  nicht ernst genug genommen worden ist

Wie wichtig Pflegende für unsere Gesellschaft sind, wurde selten so deutlich wie seit Ausbruch der Pandemie. Welche Kräfte die Pflegerinnen und Pfleger aufwenden, welche Schreckenssituationen sie durchstehen und welche persönlichen Einschränkungen sie auf sich nehmen mussten, bleibt für viele Menschen unvorstellbar. Pflege ist kein Job, den die Beschäftigten nach Feierabend einfach hinter sich lassen können.

Ein Beruf, der berührt und glücklich macht

Doch auch in dieser Ausnahmesituation dürfen die schönen Seiten nicht vergessen werden. Marian Willi Beyer, Brandenburgs Pflegeprofi 2017, bringt es auf den Punkt: „Die Medien stellen uns immer als gestresst und ausgebrannt und unterbezahlt dar. Wenn man Pflege hört, sollte es aber auch um andere Dinge gehen. Wir arbeiten zum Beispiel nicht aus Zwang. Ich möchte zeigen, dass wir den Job gerne machen.“ Auch Ramona Dincher, pflegerische Leitung der Orthopädie und Unfallchirurgie im Klinikum Saarbrücken, geht es um ein ausgewogenes Bild über die Pflege: „Man tut Gutes und bekommt auch oft Gutes zurück. Viele Menschen kommen krank zu mir und gehen gesund oder ‚geheilt‘ wieder nach Hause. Das ist ein tolles Gefühl.“ Kein Wunder, dass der Pflegeberuf so beliebt ist wie nie – zwischen 2018 und 2019 ist die Zahl der Auszubildenden um 8,2 Prozent gestiegen. Bis 2023 wird ein zweistelliger Anstieg prognostiziert.

Wertschätzung allein reicht nicht aus

Neben allgemeinen Investitionen in die Pflegebranche, zum Beispiel in die Weiterentwicklung, in die Ausbildung und in Geschlechtergerechtigkeit in der Pflege, möchte die WHO in diesem Jahr vor allem direkte Verbesserungen für Pflegekräfte erwirken. Denn so, wie sich die Pflegerinnen und Pfleger der Gesundheit anderer verschrieben haben, muss auch ihr eigenes Wohlbefinden geschützt werden. Es ist Zeit, die anhaltenden Herausforderungen für das Gesundheits- und Pflegepersonal gemeinsam anzugehen. Ein Schritt ist bereits getan. Am 11. Juni hat der Deutsche Bundestag das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) verabschiedet. Das u. a. die Bezahlung von Pflegekräften deutlich verbessert. Ab dem 1. September 2022 sollen nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlen.

Weiterhin sieht das Gesetz Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vor. Damit Heime mehr Pflegepersonal anstellen, wird die Bundesregierung einen bundeseinheitlichen Personalschlüssel vorgeben, der weitere Einstellungen zusätzlicher Pflegekräfte ermöglicht.

Pflegekräfte bekommen mehr Verantwortung – sie sollen künftig Hilfsmittel verordnen und eigenständige Entscheidungen in der häuslichen Pflege treffen können. Darüber hinaus wird mit der Pflegereform Kurzzeitpflege im Krankenhaus möglich gemacht.